Obecny stan badań nad stratygrafją dewonu i dolnego karbonu w okręgu krakowskim

Jan Jarosz

Abstract


Der gegenwärtige Zustand der Forschungen über die Stratigraphie des Devons Und des Unterkarbons in der Umgebung von Krakau

Die Ablagerung des Devons und des Kohlenkalks in der Umgebung von Krakau hat fast ohne Unterbrechung in einer flachen See (fast ausschliesslich kalkige Brachiopodenfacies) stattgefunden. Das Devon von Dębnik bei Krakau beginnt nach den Untersuchungen G. Gürich’s mit den Korallenkalken v o q Siedlec (mit Stringocephalus Burtini), die der oberen St ringo cephalus-Stufe angehören; als Aequivalent des obersten Mitteldevons sind die Amphipora-Bänke des Karmeliterbruches, der Czarna góra, auch die Schichten mit Amphipora der Siwa góra, Czerwona góra und der „Lochmarmor“ anzusehen. Das Oberdevon beginnt mit einer Brachiopoden- und Schneckenfacies aus dem Bruche von Tumidalski mit Spirifer Archiaci var. bisellata, die nach Gürich das „unterste Oberdevon“ darstellt. Das eigentliche untere Oberdevon (die Cuboides-Schichten) ist durch Leiorhynchus-Schxohitn (Leiorhynchus Cracoviensis und laevis), bei Żbik durch Korallenfacies mit Phillipsastrea und Schichten mit Leiorhynchus laevis vertreten. Die Leiorhynchus- Mergel sind nach oben durch Intumescens-Stufe (hellergraue Mergel mit Manticoceras intumescens var. complanata) begrenzt. Das Famennien fängt mit den bräunlichmergeligen Kalken von Łączany dół und der Pałkowa góra und auch mit den dunklen Kalken von Żbik an, wo zahlreiche Spiriferen aus der Gruppe des Spirifer Murchisoni gefunden wurden. Diese Schichten sind nach Gürich dem „mittleren'Oberdevon“ (Nehdener Schichten) aequivalent. Das obere Oberdevon (oberes Famennien) ist nach den Untersuchungen des Verfassers nordöstlich von Dębnik in kalkiger Brachiopodenfacies (mit Stromatoporen) entwickelt, welche durch reichliches Auftreten des Spirifer Verneuili, vor allem in dessen Varietät mit hoher, flacher Area (Spirifer tenticulum Vern.) und auch in der langflügeligen Varietät (Spirifer Verneuili Murch . typ.), ausserdem aber durch Auftreten des Productus (Productella) praelongus S o w. charakterisiert ist. Südwestlich von Dębnik (in der Talschlucht von Żbik) liegen dagegen den Schichten mit Spirifer Verneuili typ. und var. tenticalum noch die Schichten mit Spirifer Verneuili typ., Spirifer Archiaci Wenj. Spir. Archiaci var. Orbeliana Goss, und Productus (Productella) praelöngus S o w. an. Nach der Beschreibung der Faunen des obersten Oberdevons (des oberen Famennien) urteilend, kommt der Verfasser zum Schluss, dass fast überall, wo diese Schichten in Brachiopodenfacies entwickelt sind, ähnlich wie im Dębniker Devonvorkommen bei Krakau, die langflügelige Form des Spirifer Verneuili und vor allem seine Varietät Spirifer tenticulum für diese Schichten charakteristisch sind. Dasselbe scheint auch (nach der Abbildung des Spirifer distans aus Famenn-Schichten aus Gos selet ’s „Esquisse Géologique du Nord de la France“. Bd. I, Taf. V, Fig. 1 und auf Grund seiner Erklärung dieśer Figur urteilend) für die Schichten von Etroeungt zu gelten, welche eher Calcaire d’Etroeungt à Spirifer tenticulum als „Calcaire d’Etroeungt à Spirifer distans“ genannt werden sollten. In dem als Kohlenkalk entwickelten Unterkarbon der Umgebung von Krakau hat der Verfasser zwei Stufen (Tournaisien und Viséen) und sechs Horizonte aufgefunden, die mit den von M. F. Ka is in und anderen in Belgien als „Assises und Zones“ und von A. Vaughan (und anderen) in England als „Zones, Subzones, Horizons“ ausgeschiedenen stratigraphischen Gliedern folgendermassen verglichen werden können: Die den „Assises d’Etroeungt“ (den englischen „Subzones“ Km, K1 und K2) entsprechenden Schichten der Umgebung von Krakau müssen dem Devon und nicht dem Karbon zugewiesen werden.
Tournaisien:
Der Kohlenkalk beginnt mit einem Horizonte, der aus grünlich dunkelgrauen und schwärzlichen Kalken des Racławka-Tales besteht mit Productus burlingtonensis Hall und Spirifer tornacensis de Kon. (in kleiner, meistens langflügeliger Form); dieser Horizont ist dem belgischen Horizonte („Zone“), den „Schistes à Spiriferina peracutau der „Assises d’Hastière“ und der englischen „Subzone“ Z1 aequivalent. Hell- oder dunkelgraue, zuweilen fast schwarze Kalksteinbänke (Marmor) mit Hornsteinen, zwischengelagerte, bituminöse Tonschiefer, oben Krinoidenbank, aus den Marmorbrüchen im Szklarka-Tal und aus dem Römersmarmorbruche im Racławka- Tal mit Spirifer tornacensis, welcher hier neben der Syringothyris cuspidata und Productus margaritaceus PhiII. den Höhepunkt der Entwickelung erreicht, mit Chonetes cf hardrensis und mit kleinen Zaphrentiden z. B. Zaphrentis Phillipsi u. s. w. stellen den zweiten Horizont dar, der dem oberen Teile der „Assises d’Hastiere“ und der englischen „Subzone“ Z2, aber wahrscheinlich auch dem unteren Teile der belgischen „Schichten von Celles“ und dem englischen „Horizonte“ y als gleichalterig gleichgestellt werden soll. Dem Reste der „Assises de Celles“ und der englischen „Subzone“ C1 entsprechen stratigraphisch dunkelgraue Kalke, oft Krinoidenkalke aus dem Szklarka- und Raclawka-Tale und auch dunkle, fleischgraue Kalke aus den Schluchten im Walde des Dorfes Czatkowice mit Spirifer striatus Mart., welcher hier grosse Dimensionen erreicht, in ungeheuerer Menge auftritt und viele Varietäten bildet, unter welchen vor allem var. cincta de Kon. für diesen Horizont sehr charakteristisch ist.
Viseen:
Den nächst höheren (vierten) Horizont nehmen die hellen, fleischgrauen, körnigen oder dichten Kalke des „Steinbruches am Dorfwege“ im Raclawka-Tal ein mit ihrer ganzen Reihe vise’ischer Arten wie Productus sublaevis, Productus Cracoviensis sp. n., Chonetes papilionacea, aff papilionacea, Chon, cf comoides, Spirifer triangularis, convolutus, planatus u. s. w. Sie sind den belgischen „Assises de Dinant“ und den englischen „Subzones“ C2 + S1 aequivalent. Zu den Aufschlüssen, wo der fünfte Horizont zutage tritt, gehören die hellen, weissgrauen, dichten oder feinkörnigen Kalke aus dem Czernka-Tale (oberhalb des „roten Felsens“), ähnliche Kalke aus dem Kamienice-Tale und auch aus dem Eljaszöwka- Tale. Productus striatus, hemisphaericus, corrugatus in seiner grossen, gleichförmig berippten Form (= Productus cora d’Orb. Dawidson) kommen hier häufig vor. Dieser Horizont kann mit den belgischen „Assises de Nameche“ und mit der englischen „Subzone“ S2 verglichen werden. Unten rotgraue Mergelkalke, oben braune und blutrote Tone und dunkelbraune Tonschiefer; an diesen zuletzt rotbraune Kalkbänke mit grösser Menge von Foraminiferen aus der „roten Wand“ und aus den Steinbrüchen oberhalb der Mühle im Czernka-Tale und die hellen Kalke aus dem Miękinia-Tale sind Kohlenkalkschichten des sechsten, obersten Horizontes mit Productus latissimus und Productus gigant eus, welcher hier den Höhepunkt seiner Entwickelung erreicht. Sie entsprechen in faunistischer Hinsicht den „Assises de Visé“ und der „Zone“ D von Vaughan. Die Sandsteine von Gołonóg können, soweit man nach der von Cramer beschriebenen Fauna mit der Gattung Griffithides und nach dem, vom Verfasser konstatierten Vorhandensein des Productus scabriculus Mart, in diesen Schichten urteilen darf, als Aequivalent des obersten Unterkarbons, d. h. des £ „Horizontes“ von Vaughan in der „Bristol Area“ und der „D2-3 "Phase“ in Gower betrachtet werden. Diese Schichten liegen in England schon unmittelbar unter dem „Millstone Grit“.Was die Lagerungsverhältnisse anbelangt, so hat der Verfasser festgestellt, dass die paläozoischen Schichten in der Umgebung von Dębnik mindestens drei hercinische Antiklinalen (mit der Richtung ± 8ha) und mindestens zwei, zwischen ihnen liegende, Synklinalen bilden. Die Antiklinale (Brachyantiklinale) von Dębnik (mit der Richtung von Siedlec nach Paczółtowice, welche in ihrem südwestlichen Teile etwas übergekippt1) zu sein scheint) ist die höhste und breiteste. Nordöstlich von dieser liegt die Synklinale des Racławka-Tales und die Antiklinale mit der Richtung von Radwanowice nach Racławice, südwestlich die Synklinale von Czerna und die Antiklinale des Kamienice-Tales.
1) Zur Bestimmung des Streichens und Fallens der Schichten in den Kartenskizzen wurden Zeichen aus F. Toula’s „Lehrbuch der Geologie“ v. J. 1906, S. 194 gewählt.

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